posted on June 30, 2010 22:32
26. Juni 2010 Vogelsbergring Wittgenborn
(24. (19.) / 23.(17.), Starter: 49)
Bei bestem Sommerwetter fuhren wir nach Hessen. Bei den letzten Rennen hatte ich mich in den Punkterängen etabliert und wir waren gespannt, ob das so weitergehen würde. Die Strecke war total neu für mich und es war der Hessen/Thüringen Cup mit uns mit am Start. Und diese und auch unsere Fahrer, die dort voriges Jahr gefahren sind, kannten die Strecke schon aus dem FF. Freies Training am Vortag war nicht, also nahm ich mir Freitag spät abends die Strecke mit dem Kart vor. Besser als gar nichts und ich fand die Stecke einfach geil.
Doch der Renntag brachte die Ernüchterung. Ein so dilettantisch und konfus organisiertes Rennen hatten wir noch nicht erlebt. Paar Beispiele gefällig: 20min. nach unserem Training sollte das A-Finale starten (dann 2h Mittagspause!!!), aber da waren ja noch gar keine Trainingszeiten da; das 1. A-Finale wurde kurz mal eben eine Runde früher abgewunken; vor dem ersten Training mussten wir 15min. in der Hitze warten weil doch ein Hessen/Thüringen Fahrer noch kein Moped hatte; Zeitpläne sind hier nur Orientierungshilfen... Das schlimmste war aber, das wir in den Trainingsgruppen 25 Starter waren und davon ca. 10 extrem Langsame die überall hingehören, bloß nicht auf eine Rennstrecke. Ein Sicherheitsrisiko ohnegleichen. Doch als mein Vater (leider nur der, allen anderen war das entweder egal oder sie hatten keinen der A. in der Hose) versuchte mit unserem Serienbetreuer darüber und über den nicht dem Reglement entsprechenden Zeitplan das Gespräch zu suchen, wurde er mit "darüber diskutiere ich nicht" eiskalt abgewiesen. Naja!
Also versuchte ich das Beste draus zu machen, doch in diesem Gewimmel an fahrenden Schikanen konnte ich in den Zeittrainings nicht genügend freie Runden finden. Ich fuhr zwar die A-Finalzeit, doch da der Hessen/Thüringen Cup auch richtig gute Leute hat, landete ich auf Platz 21. Und das bedeutete Pole Position - aber im B-Finale.
Als wir in die Startaufstellung fuhren der nächste Lacher: die Pole war auf der falschen Seite und wir standen auch nicht versetzt, wie es nun mal groß und breit im Reglement steht. War ja nicht anders zu erwarten. Mittlerweile konnte uns ja hier nichts mehr überraschen. So wurde ich natürlich am Start schön abgedrängt und musste mich erstmal nach vorn kämpfen. Als mir das gelang, war die Spitze schon über 6 sec. weg. Plötzlich erwachte mein alter Kampfgeist wieder. In vier Runden konnte ich die Lücke zufahren, und endlich hatte ich das erste mal an diesem Wochenende paar freie Runden hintereinander. Das hat tierisch Spass gemacht und ich war auch gleich über eine Sekunde schneller als im Zeittraining unterwegs. Als ich an der 3er Spitzengruppe dran war und mir den ersten zurechtgelegt hatte, verschaltete ich mich mal wieder und schwups war wieder eine Lücke da. In den verbleibenden 1 1/2 Runden kam ich dann leider nicht mehr vorbei.
Der Start zu Rennen 2 war wieder o.k., doch wieder wurde ich abgedrängt und schaffte es dann nicht, mich nach vorn zu kämpfen. Durch die Stürze im A-Finale wäre hier sogar ein Punkt zu erben gewesen. Doch durch die verkehrte Startaufstellung wurde mir diese Möglichkeit von vorneherein genommen. Zum Glück muss ich hier nie mehr fahren, und die nächsten Rennen werden wieder wie gewohnt top organisiert sein. Und darauf freue ich mich schon riesig.
vivi-racing.com